06.09.2014
Amerika-Runde in Holm und Entenfußturnier in Klein Wesenberg

Die Aufregungen und Anstrengungen der Deutschen Meisterschaft im Feldbogen hatten sich gerade gelegt, da ging es schon wieder los. Am 17. August fuhren Hubert Hamester, Iris und Jens-Uwe Schümann zur Amerika-Runde nach Holm – vollgepackt mit jeglicher Art von Regenschutz, denn der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Kaum angekommen, hatten die Holmer Bogenschützen gleich eine Überraschung parat: Um das Jubiläum der 25. Amerika-Runde zu feiern, gaben die Cheerleader des Vereins eine Kostprobe ihrer sportlichen Kunst und beeindruckten alle Anwesenden mit durch die Luft fliegenden Mädchen, die perfekte Salti und Schrauben drehten.
 
Nachdem dann noch alle Regenzelte und -schirme aufgebaut waren, wurde es für die 120 Bogenschützen Ernst, es wurden 3 Durchgänge auf unterschiedliche Entfernungen geschossen. Für die Blankbogenschützen aus Hamwarde waren das 40, 30 und 20 Yards. Für Iris wurden beim 40-Yards-Durchgang Erinnerungen an die Deutsche Meisterschaft wach: denn es lief gar nicht gut! Zum Glück gab es nach diesem Durchgang eine Pause und das „Doping-Mittel“ Kaffee tat seine Wirkung. Im 2. Durchgang auf 30 m funktionierte es wieder besser. Trotzdem war in allen Klassen die Konkurrenz stark und so beendete Iris das Turnier mit 709 von 900 möglichen Ringen als Fünfte bei den Altersdamen, Jens-Uwe erreichte mit 758 Ringen bei den Altersherren den 4. Platz und Hubert schoss sich routiniert mit beachtlichen 793 Ringen auf den 2. Platz der Seniorenklasse.
 
Petrus hatte zum Glück ein Einsehen mit der Sportveranstaltung gehabt und hatte zwar heftige Winde geschickt, dass die Zelte fast wegflogen, aber nur einen winzigen Schauer. So konnten die Hamwarder Schützen geschafft, aber zumindest doch trocken den Heimweg antreten.
 
Ein Wochenende später, am 23. August, machten sich Iris und Jens-Uwe Schümann nach Klein Wesenberg auf, zum Entenfußturnier, einer sehr spaßigen, aber auch ganz besonderen Herausforderung des Bogenschießens. Dieses Turnier stand nicht nur unter dem Motto „Mein Bogen und ich“, was eine originelle Verkleidung erforderte, sondern es startete auch erst um 18 Uhr und sollte im Dunkeln um 22 Uhr beendet sein.
 
Bei peppiger Hintergrundmusik wurde als Zweier-Mannschaft auf 30 m geschossen, das bedeutete, dass immer ein Schütze einen Durchgang schoss, während der Partner pausierte (und sich an den leckeren Grillwürsten und Pizzabrötchen – ein Lob an die Köchin ­- gütlich tun konnte). Mitte des 2. Durchgangs begann es zu dämmern, und beim 3. Durchgang waren die Scheiben, die von Strahlern beleuchtet wurden, zwar gut zu sehen, aber das eigene Sportgerät war nicht mehr zu erkennen, sodass sogar das Pfeilauflegen zur Herausforderung wurde. Einige Schützen hatten ihren Bögen liebevoll mit Knicklichtern geschmückt, aber eine wirkliche Hilfe war das wohl auch nicht. Das gemeinsame Handicap der Dunkelheit machte das Ganze einerseits zu einer außergewöhnlich lustigen Angelegenheit, andererseits konnte man aber auch das Motto des Turniers verinnerlichen und sich voll auf den Bogen und den Schussablauf konzentrieren. Und siehe da, es ging auch ohne Licht.
 
Letztendlich waren die Schützen so begeistert dabei, dass bei Schlusspfiff um 22 Uhr fast alle noch den angefangenen Durchgang beenden wollten, und so wurde fleißig bis ca. 22.30 Uhr geschossen. Da es keine Klassen- und Bogeneinteilungen gab, hatten sich Iris und Uwe als Blankbogenschützen keine Chancen ausgerechnet, und so konnten denn auch 2 Compound-Schützen den großen Wanderpokal mit nach Hause nehmen, und nicht nur den, sondern auch gleich noch den Preis für das beste Kostüm – sie hatten sich ganz in Weiß mit goldenen Flügeln als Amor verkleidet. Mit dem 19. Platz von 29 Mannschaften fuhren Iris und Uwe mitten in der Nacht müde, allerdings sehr gut gelaunt nach Hause, und eins steht auf alle Fälle fest: Im nächsten Jahr sind sie wieder mit dabei beim Nachtschießen in Klein Wesenberg!


Iris Schümann