09.08.2014 - 10.08.2014
Deutsche Meisterschaft Feldbogen

Am 9. und 10. August 2014 fand die Deutsche Meisterschaft Feldbogen in Braunlage/Hohegeiß im Harz statt. Das Gelände, auf dem das Turnier ausgetragen wurde, lag rund um ein großes Hotel in 700 m Höhe. Wir waren bereits am Freitag angereist, um entspannt die Startnummern abholen zu können. Am Samstag ging es daher erst um 7.30 Uhr zur Bogenkontrolle. Die Schlangen davor waren, da in Recurve, Compound und Blankbogen aufgeteilt, zum Glück nicht gar zu lang. Ausgerechnet die Schützen vor mir sind mit Tab und Sehnenwicklung durch die strenge Kontrolle gefallen, die Nervosität stieg, aber mein Bogen war selbstverständlich in Ordnung. Das anschließende Einschießen fand ich schrecklich. 250 Teilnehmer standen an 10 Scheiben an, um ihre Probepfeile zu schießen. Das war mehr als gewöhnungsbedürftig für mich, die zum ersten Mal eine Deutsche Meisterschaft mitmachte. Hubert Hamester konnte das Gedrängel an der Schießlinie natürlich nicht aus der Ruhe bringen.


Danach wurde die Meisterschaft durch eine Ansprache offiziell gestartet und die Gruppen wurden zu ihren Ausgangsscheiben geführt. Ich startete die bekannte Runde (die unterschiedlichen Entfernungen sind an der Scheibe angegeben) an Scheibe 15, die sich glücklicherweise gleich hinter dem Hotel befand. Mit Böllerschüssen wurde einige Zeit später das gemeinsame Schießen aller Gruppen gestartet. In meiner Gruppe fehlte eine Schützin, sodass wir zu Dritt immer schnell mit unseren Schüssen fertig waren und zur nächsten Scheibe vorrücken konnten. Bei mir lief es von Anfang an sehr schlecht. Der Druck und die Nervosität waren einfach zu groß und der Anspruch des Parcours war für mich auch ungewöhnlich hoch. Derart steile Schüsse nach oben oder unten mit selten geraden Standmöglichkeiten sind im Hamburger Raum schwer zu trainieren. Am Ende des Tages hatte sich Hubert Hamester auf einer guten Ausgangsposition platzieren können, ich dagegen belegte den letzten Platz mit weiten Abstand, sodass für den nächsten Tag wenig Hoffnung bestand, den Platz entscheidend verbessern zu können.


 Aber gerade das gab mir endlich eine innere Gelassenheit, sodass ich trotz des strömenden Regens am nächsten Morgen wieder viel besser schoss. Dieses Mal wurden wir mit dem Auto zu der weiter entfernt liegenden Startscheibe gefahren und die Gruppenzusammenstellung hatte sich geändert, da die Schützen mit ähnlichem Leistungsniveau immer in eine Gruppe eingeteilt werden. Eine Schützin aus meiner Gruppe vom Vortag war aufgerückt, dafür kamen eine neue Schützin und ein Altersherr in unsere Gruppe. Genau wie das Wetter sich langsam besserte, besserte sich dann auch meine Laune durch die nette Gruppe und angesichts meiner guten Ergebnisse. Die unbekannte Runde hatte so ihre Tücken, aber bei den meisten Scheiben konnte ich die Entfernungen gut schätzen, sodass ich diesen Tag mit einem ganz passablen Ergebnis abschließen konnte. Deutsche Meisterin bei den Blankbogen Damen wurde mit phänomenalen 629 Ringen Ulrike Koini vom Altenkirchener BS. Zusammengerechnet bildete ich zwar mit 346 Ringen immer noch das Schlusslicht, aber immerhin bin ich Platz 15 von Deutschland - und das nach 1 1/2 Jahren Bogenschießen - und ich hatte den Spaß am Feldbogenschießen wiedergefunden und bin bereit, es im nächsten Jahr wieder zu versuchen.
Hubert Hamester konnte auch am zweiten Tag seine seh

r gute Form bewahren und erreichte letztendlich mit tollen 494 Ringen Platz 19 von 29 Startern bei den Blankbogen Altersherren. Deutscher Meister wurde hier Sigisbert Reder vom SpVgg Höhenkirchen mit 605 Ringen.


Am Abend fuhr ich dann doch recht erschöpft nach dem anstrengenden Wochenende nach Hause, aber der Gedanke, dass es beim nächsten Mal eigentlich nur besser werden kann, erheiterte mich sehr!

 

Übrigens war es sehr schade, dass wir beim jährlichen Grillfest nicht anwesend sein konnten, aber es ist schön zu hören, liebe Sportleitung, dass an uns gedacht wurde. Da dieses Event immer zur Hauptferien- und Urlaubszeit stattfindet, werden wir wohl nie dabei sein können.